Philopraxis

Philosophische Praxis - Beratungen, Coachings und Supervisionen im Sokratischen Dialog

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Griechische Keramik

Glück – Geschenk der Götter oder Menschenwerk?

Glück - gewiss, ein wenig schwer zu definieren.

Und dennoch strebt alles letztlich danach, glücklich zu sein; in der einen oder anderen Form - auf dem einen oder anderen Weg oder Umweg.

Auch der Philosoph Platon baut seinen "Staat" (Politeia; =Verfassung) auf dem Glück auf. Bei ihm heißt es in der Übersetzung: "Das gute Leben". Und genau darum geht es ja beim Glück. Worum sonst?

Gibt es eine bessere Orientierung? Und kann es denn überhaupt eine bessere Orientierung als das "gute Leben" geben?

Wie aber gelangt man dahin, hin zum Ziel, dem guten und glücklichen, dem geglückten Leben? In der Beantwortung dieser Frage gehen ja die unterschiedlichsten Lehren und Philosophien weit auseinander, in alle Richtungen. – Es gibt wohl kaum eine Idee, die nicht schon vorgetragen wäre: Die Einen empfehlen den Reichtum, Andere die Armut. Die Einen streben zum Sein, Andere zum Nichts. Die Einen suchen in der völkischen oder nationalen Gemeinschaft, Andere in der weltoffenen Toleranz. Die Einen suchen Glück in der Erkenntnis, Andere in der Sinnlichkeit, usw. Und wer trägt am Ende den Sieg davon?

Das Sprichwort: "Jeder ist seines Glückes Schmied" ist sicherlich eine überhebliche Meinung dessen, was vom Menschen geleistet werden kann. Man kann sicherlich nicht alles erreichen, wenn man es nur will. (... wie manche sagen). Aber was wir machen können, ist: Die Voraussetzungen dafür schaffen, dass wir zumindest nicht über eigenes Verursachen unglücklich sein müssen. Und das ist, genau betrachtet, doch schon eine ganze Menge.

Wenn der Boden geebnet und das Haus gebaut ist kann das Glück auch Einzug halten.

 

Michael Gutmann
Berlin