Philopraxis

Philosophische Praxis - Beratungen, Coachings und Supervisionen im Sokratischen Dialog

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Verstand – das notwendige Denken

Das Verstandesdenken ist das Denken des Alltags, das Denken fürs Überleben und auch der Versuch des Möglichst-gut-Lebens.

Das Verstandesdenken steuert weitestgehend unser bewusstes und auch unser unbewusstes Verhalten.

Es beginnt bei einfachen Überlegungen zum Überleben: Wenn der Löwe mich nicht sieht, wird er mich nicht fressen! Und es beinhaltet den Irrtum: Reingefallen, denn er konnte Dich riechen!

Das Verstandesdenken reicht vom Gebrauch einfacher Werkzeuge (Stein) bis zur Entwicklung sehr komplexer Maschinen (Technik) und Funktionen (Wirtschaft, Politik und Finanzwesen) die allesamt dem Zweck des Überlebens, des Mehr-haben-Wollens und der Hoffnung auf ein gutes Leben dienen.

Das Verstandesdenken stellt nicht die Frage, ob es wahr ist, ob richtig oder falsch. Es soll nur irgendwie funktionieren.

Die Ergebnisse des Verstandesdenkens sind, solange sie nicht begründet sind: Meinung.

Im Bild von Platons Höhlengleichnis gesprochen, befinden wir uns mit unserem Verstandesdenken tief unten im dunklen Bauch der Höhle, gelehrt fachsimpelnd über unsere Interpretationen der wahrgenommenen schemenhaften Schattenbilder an der Höhlenwand.

 

Autor: Michael Gutmann
Berlin